{"id":27,"date":"2019-07-24T14:06:40","date_gmt":"2019-07-24T14:06:40","guid":{"rendered":"http:\/\/peopleandspomeniks.com\/?p=27"},"modified":"2024-08-05T08:10:14","modified_gmt":"2024-08-05T08:10:14","slug":"thema-02","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/?p=27","title":{"rendered":"500 Jahre Freundschaft zwischen Juden und Muslimen in Sarajevo. Ein Mythos?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_0157-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-58\" srcset=\"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_0157-768x1024.jpg 768w, https:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_0157-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Vielleicht haben Sie schon davon geh\u00f6rt. In der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina soll eine kleine j\u00fcdische Minderheit mit einer gro\u00dfen muslimischen Mehrheit harmonisch zusammen leben. Fast schon mythisch liest sich die Freundschaft der beiden Glaubensgemeinschaften. Ist das heute \u00fcberhaupt m\u00f6glich? In &nbsp;einer Stadt, in der vor 25 Jahren ein grausamer ethnischer Krieg herrschte? Ein Ausflug in die j\u00fcdische Geschichte von Sarajevo, die gleichzeitig die Geschichte einer langen j\u00fcdisch-muslimischen Freundschaft ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Alte Sefardische Synagoge liegt mitten in der Altstadt von Sarajevo.\nHier geht das Gr\u00fcnderzeitviertel mit seinen k.u.k.-Fassaden in den lebhaften\nosmanischen Basar \u00fcber. Man schaut direkt auf die Ferhadija-Moschee mit ihrem\nwei\u00dfen Minarett. Nur einige Schritte entfernt stehen der sonnengelbe Dom der\nOrthodoxen und die katholische Kathedrale in Cr\u00e8mewei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cSehen Sie sich das an! Vier verschiedene Gottesh\u00e4user in einem Viertel\n\u2013 einmalig in Europa!\u201d Kaum eine Taxifahrt durch die Innenstadt von Sarajevo,\nohne dass der Fahrer irgendwann aufgeregt das Fenster herunterkurbelt und auf\nKircht\u00fcrme und Minarette zeigt. \u201cMuslime, Serben, Kroaten, Juden! Das ist\nSarajevo.\u201d Kurz danach kommt meistens: \u201cWie ein kleines Jerusalem!\u201d <\/p>\n\n\n\n<p>Das multikulturelle Sarajevo. F\u00fcr mehr als ein halbes Jahrtausend war Sarajevo\ntats\u00e4chlich dieser legend\u00e4re Ort der Toleranz. So lange lebten die\nGlaubensgemeinschaften aller vier Buchreligionen eng zusammen in diesem kleinen\nTal. Und die Mischung aus Sprachen, Religionen und Kulturen brachte ein System\nhervor, das f\u00fcr Sarajevo typisch\nwurde. Da hat der Taxifahrer recht. Doch seit der B\u00fcrgerkrieg in den Neunziger\nJahren einen Gro\u00dfteil dieses multikulturellen Systems zerst\u00f6rte, ist es vorbei\nmit dem guten Ruf der Stadt. Wenige Kroaten sind geblieben, die meisten Serben leben\nin der Satellitenstadt Ost-Sarajevo. Nur noch ein kleines Gr\u00fcppchen kommt\nsonntags in der orthodoxen Kirche zusammen. Auch viele Juden machten sich\ndavon. Die gro\u00dfe Mehrheit ist muslimisch. Die Vielfalt ist zwar Wunsch, aber fast\nGeschichte. <\/p>\n\n\n\n<p>Heute entdeckt man Flyer, auf denen ein j\u00fcdischer, ein muslimischer, ein\northodoxer und ein katholischer Musiker ein Quartett darstellen. Solche Statements\nw\u00fcrden die meisten Menschen in Sarajevo unterschreiben. Denn sie wollten ja nie\ngetrennt leben. Damals, in den schlimmen Wochen im April 1992, haben sich die Sarajevoer\nverzweifelt dagegen gewehrt, auseinander gerissen zu werden. Hunderttausend\nkamen auf der Vrbanja-Br\u00fccke zusammen. Muslimische, kroatische und serbische\nBosnier hofften, dass das bunte Sarajevo den ethnisch-nationalistischen Ideen widerstehen\nk\u00f6nnte. Doch einige fanatische Politiker begannen, den Menschen das zu nehmen, wor\u00fcber\nsie sich immer definiert hatten. Es wurde schwerer, den aufgeschlossenen Geist\nweiterzuleben. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Beziehung zwischen den Juden und den Muslimen in Sarajevo stellt da\neine gro\u00dfe Ausnahme dar. Hier hat die viel zitierte bosnische <em>kom\u0161iluk<\/em>,\ndie gelebte Nachbarschaftsliebe, nie aufgeh\u00f6rt zu existieren. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"765\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_2951-765x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-49\" srcset=\"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_2951-765x1024.jpg 765w, https:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_2951-224x300.jpg 224w, https:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_2951-768x1028.jpg 768w, https:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_2951.jpg 1936w\" sizes=\"(max-width: 765px) 100vw, 765px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Mario Kabiljo schlie\u00dft das Tor zur Alten Sefardischen Synagoge auf. Sie\nist nur noch an den Feiertagen aktiv und beherbergt seit 1966 auch das J\u00fcdische\nMuseum. Der zur\u00fcckhaltende sonnengebr\u00e4unte Mann im blauen Hemd und Turnschuhen\nist Museumsf\u00fchrer \u2013 und Spezialist f\u00fcr die j\u00fcdische Kultur in Sarajevo. Schon\nim Innenhof ist vom Rummel der Altstadtgassen nichts mehr zu sp\u00fcren. Eine\nprivate Lehrstunde sei ihm eine Freude, verspricht der 66-J\u00e4hrige. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir gehen 500 Jahre zur\u00fcck: Sefardische Juden fl\u00fcchteten ab 1492 ins\nt\u00fcrkisch regierte Bosnien. Die Inquisation in Spanien und Portugal hatte sie\nnach Osten getrieben. Sie brachten eine interessante Kultur mit, spezielles\nWissen und beherrschten Handwerke, die es in Bosnien nicht gab. Der amtierende Sultan\nludt sie ein, sich niederzulassen. Er erlaubte ihnen, ihre inneren\nAngelegenheiten selber zu regeln und nach j\u00fcdischen Religionsgesetzen handeln.\nDazu versprach er ihnen rechtliche Sicherheit und wirtschaftliche Perspektiven.\n\u201cDie Juden waren willkommen in Sarajevo\u201d, l\u00e4chelt Kabiljo. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Sefarden f\u00fchrten auch das Ladino ein, das sogenannte Judenspanisch,\ndas sie auch im Alltag sprachen. Heute nur noch ein linguistische Spezialit\u00e4t. \u201cIch\nbeherrsche es zwar, aber warum sollte ich es sprechen?\u201d Kabiljo, dessen\nVorfahren auch aus Spanien kamen, zuckt mit den Schultern. Er ist nicht nostalgisch. \u201eEs ist wichtig, unsere Geschichte zu konservieren.\nAber ich w\u00fcnsche mir die alten Zeiten nicht zur\u00fcck. Es ist\ngut so, wie es ist. Ich bin ein B\u00fcrger von Sarajevo. Dreiviertel meiner Freunde\nsind Muslime. Ich muss mir keine j\u00fcdischen Nischen suchen.\u201d <\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich mussten sich die Juden der osmanischen Herrschaft unterwerfen\nwie alle anderen auch. F\u00fcr sie, wie auch f\u00fcr die Christen, galten Regeln, die zum\nTeil diskriminierend waren. So durfte ein Muslim eine J\u00fcdin oder eine Christin\nheiraten, aber kein Jude oder Christ eine muslimische Frau. Der Historiker Holm\nSundhaussen spricht in seinem umfassenden Werk \u00fcber die Geschichte Sarajevos\nvon der Duldung und dem Schutz der Juden. Dies k\u00f6nne man sich wie eine Vorstufe\ndes Minderheitenschutzes vorstellen. Damit war das osmanische Reich den Juden gegen\u00fcber\nweitaus wohlwollender eingestellt als die meisten christlichen Staaten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Inneren der Alten Synagoge beeindruckt vor allem das nat\u00fcrliche Licht\nund der schn\u00f6rkellose Dekor. Ein feiner Ausstellungsort, dessen Prunkst\u00fcck\ngleichzeitig auch einer der gr\u00f6\u00dften Sch\u00e4tze der Stadt ist: die \u00fcber 660 Jahre\nalte Sarajevo-Haggadah. Das aufw\u00e4ndig ornamentierte Handbuch zur\nPessach-Geschichte entstand in Zaragossa und ging mit auf die Reise nach\nBosnien. <\/p>\n\n\n\n<p>Kabiljo deutet auf ein Miniaturmodell des einstigen j\u00fcdischen Viertels. \u201cEin\nwohlhabender T\u00fcrke gab den Juden damals Geld, um diese Synagoge zu bauen.\u201d Obwohl\ngem\u00e4\u00df der Scharia&nbsp; j\u00fcdische und\nchristliche Neubauten illegal waren, erwirkte Pascha Sijavu\u0161 bei einem Besuch in Sarajevo eine Sondergenehmigung.\nAuch als die Synagoge nach einem Brand einmal repariert werden musste, wurde\nbei der Frage um Erlaubnis getrickst. Der Kadi von Sarajevo log einfach, die\nSynagoge h\u00e4tte schon vor der osmanischen Herrschaft dort gestanden. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201cDie Juden lebten in Sarajevo\nmitten in der Stadt, nicht in Ghettos. Nach und nach entstanden j\u00fcdische\nGesch\u00e4fte und Institutionen, die auch von den Einheimischen besucht wurden\u201d,\nerkl\u00e4rt der Museumsf\u00fchrer. Auch im osmanischen Basar, der heutigen <em>ba\u0161\u010dar\u0161ija<\/em>, betrieben die Juden ihre\nL\u00e4den. Bald \u00e4hnelten sich Lebensstil und Gewohnheiten, die Sefarden passten\nsich schnell an. Die inoffizielle Hymne von Sarajevo, \u201cKad ja podjoh na Bentba\u0161u\u201d\n(Wenn ich zur Bentba\u0161a geh\u2019) ist Teamwork: Der Stil ist traditionelle bosnische\nSevdalinka \u2013 die Melodie stammt von den Sefarden. Religion, Bildungswege oder\nWohnen dagegen betrieben die Gruppen getrennt. Integration nein, Toleranz ja. <\/p>\n\n\n\n<p>1878 besetzte die \u00f6sterreichisch-ungarische Milit\u00e4rmacht\nBosnien. Mit ihr lie\u00dfen sich auch Jiddisch sprechende aschkenasische Juden nieder. Bis 1941 ging es der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung gut in\nBosnien. 15 Synagogen f\u00fcr etwa 14.000 Juden im Land, davon 12.500 in Sarajevo\nbei einer Bev\u00f6lkerung von 80.000. <\/p>\n\n\n\n<p>Als der Zweite Weltkrieg in die Hauptstadt stampfte, w\u00e4re das beinahe\ndas Ende von 500 Jahren j\u00fcdischer Geschichte gewesen. Nur etwa 1.100 Juden \u00fcberlebten\nin Bosnien die Schoa. Die gro\u00dfe Mehrheit wurde von kroatischen Ustascha-Milizen\nund deutschen Soldaten erschossen oder in Konzentrationslagern ermordet. Zwischen\n1948 und 1951 wanderten weitere Hunderte nach Israel aus. W\u00e4hrend der\nBelagerung von Sarajevo im Bosnien-Krieg, 1992 bis 1995, gab es wieder einen\nEmigrationsschub nach Israel und in die USA. <\/p>\n\n\n\n<p>Heute leben noch etwa 740 Juden in Sarajevo bei einer Gesamtbev\u00f6lkerung\nvon 300.000. Muslime machen etwa 75% der Einwohner aus. In einem Land mit hoher\nArbeitslosigkeit und stark geschw\u00e4chter Wirtschaft. Seit dem Krieg sind\nvereinzelt Wahhabiten und Salafiten aufgetaucht. Grund zur Sorge?<\/p>\n\n\n\n<p>Kabiljo sch\u00fcttelt den Kopf. \u201eDiese radikalen Islamisten sehe ich nur selten.\nUnd falls sie frustriert sind, dann jedenfalls nicht gegen uns, sondern vielleicht\neher gegen unsere Muslime, die ihnen zu lau sind. Aber diese so genannten\nMissionare haben es hier schwer, es gibt strenge Regeln in den Moscheen, da\nkann nicht einfach einer kommen und unsere Muslime radikalisieren. Sie sehen es\nja selbst, die Stimmung in Sarajevo ist gut.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Auch zwischen den Serben,\nBosniern und Kroaten sei es friedlich, erkl\u00e4rt der Museumsf\u00fchrer. Doch da sei\nSarajevo ein Ausnahmefall. \u201eIn den so genannten \u2018ges\u00e4uberten\nOrten\u2019 rund um die Hauptstadt leben entweder nur Serben oder nur Muslime. Dort\nist die Stimmung gedr\u00fcckt. Aber da wohnen keine Juden.\u201d Mario Kabiljo seufzt. \u201cWir\nin Sarajevo w\u00fcrden gern wieder mit allen zusammenleben wie vor dem Krieg\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesem Krieg folgte eine Regelung, die nicht nur\nf\u00fcr die Juden, sondern auch f\u00fcr das ganze Land ein Dilemma bedeutet. Laut\nNachkriegsverfassung von Dayton, auf der der Staat Bosnien-Herzegowina beruht,\nd\u00fcrfen Minderheiten wie Juden oder Roma nicht bei Pr\u00e4sidentschaftswahlen\nkandidieren oder in die Volkskammer entsandt werden. Dagegen klagte 2009 der\nehemalige Vorsitzende des Judenrates von Sarajevo, Jacob Finci, am Europ\u00e4ischen\nGerichtshof. Und siegte. Doch getan hat sich nichts, weil keine der Gro\u00dfm\u00e4chte,\ndie an Dayton mitgeschraubt haben, den Vertrag aufl\u00f6sen will. Die Krux: Bosnien-Herzegowina verst\u00f6\u00dft mit diesen fremd auferlegten\nBestimmungen gegen die europ\u00e4ische Menschenrechtskonvention. Und solange das so\nist, gibt es f\u00fcr Bosnien keine EU. K\u00fcrzlich k\u00fcndigte Au\u00dfenminister Steinmeier\nan, Deutschland wolle sich beim Europ\u00e4ischen Gerichtshof daf\u00fcr einsetzen, diese\nKlausel vor\u00fcbergehend auf Eis zu legen. Es gilt zu hoffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sagen die\nmuslimischen Sarajevoer \u00fcber das Verh\u00e4ltnis zu ihren j\u00fcdischen Nachbarn? Die\nAntworten reichen zun\u00e4chst von \u201cHab\u2019 ich noch nie dr\u00fcber nachgedacht\u201d bis \u201cganz\nselbstverst\u00e4ndlich\u201d. Dann f\u00e4llt dem einen oder anderen eine Anekdote ein. Amel\nSalihbasi\u0107 ist Stammgast im kleinen Teehaus \u010cajd\u017einica D\u017eirlo. Ein angenehmer\nOrt mit Holzb\u00e4nken und t\u00fcrkischen Teppichen. Hier treffen sich freundliche Einheimische\nund Reisende, um sich auszutauschen und auf die Altstadt hinabzuschauen. Amel wurde\n1969 in Sarajevo geboren, studierte hier und lebt momentan in Wien. J\u00fcngst\nver\u00f6ffentlichte er einen \u00fcppig bebilderten Reisef\u00fchrer \u00fcber Bosnien. Der ist\nauch hier bei D\u017eirlo beliebte Lekt\u00fcre beim Tee. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201cNach dem Zweiten Weltkrieg\u201d,\nerkl\u00e4rt Amel, \u201chatten die Juden gute Positionen, weil sie besonders gebildet\nund flexibel waren. Die meisten waren auch in der Kommunistischen Partei.\u201d Amel\nerz\u00e4hlt, dass ein Jude namens Emerik Blum 1951 in Sarajevo den Konzern\nEnergoinvest gr\u00fcndete. Die Firma wurde die gr\u00f6\u00dfte in Ex-Jugoslawien. \u201cDer hat\naus einer Werkstatt einen Riesenkonzern gemacht\u201d, sagt Amel. 1981 wurde derselbe\nBlum B\u00fcrgermeister von Sarajevo. \u201cMein Schwiegervater hatte lange einen\nj\u00fcdischen Vorgesetzten bei einem Buchverlag. Das Verh\u00e4ltnis war sehr gut, sie\nwurden auch Hausfreunde. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde seine Frau von\nmuslimischen Nachbarn versteckt\u201d, erinnert sich Amel. \u201cObwohl in Bosnien viele\nKriegsverbrechen begangen wurden, war das Verh\u00e4ltnis der normalen Leute\nuntereinander nie schlecht.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber k\u00f6nnen einige Spezialisten sicherlich noch mehr berichten. Auf zur J\u00fcdischen Gemeinde auf der anderen Seite des Flusses. Der Spaziergang f\u00fchrt an der Miljacka entlang. Man passiert viele sch\u00f6ne und auch heruntergekommene Wohnh\u00e4user. In manchen liegen Kunstgalerien versteckt, nur Insider wissen, wo genau. Dann die Hauptpost, wie ein Grandhotel. Alle paar Minuten gr\u00fc\u00dft die niedliche Stra\u00dfenbahn mit lautem Rattern. Ein Bus mit Werbung f\u00fcr das Solinger Tageblatt f\u00e4hrt vorbei. Auf der \u010cumurija-Br\u00fccke kreuzt man den Fluss und erreicht das Herz der j\u00fcdischen Gemeinde von Sarajevo: die Synagoge der Aschkenasim. <\/p>\n\n\n\n<p>Das cr\u00e8mefarbene Geb\u00e4ude wurde 1902 im neu-maurischen Stil errichtet. Vorn blickt es auf den\nBerg Trebevi\u0107, hinten auf den Fluss. Eingeklemmt zwischen einem\nFu\u00dfballplatz und \u201cpapagajka\u201d &#8211; einem gelb-gr\u00fcnen Haus-Unget\u00fcm aus der sozialistischen\nZeit, den man als interessantes Zeitzeugnis oder als Unversch\u00e4mtheit f\u00fcr die\nAugen bewerten kann. Die repr\u00e4sentative Synagoge wirkt ein bisschen gro\u00df f\u00fcr\ndie kleine Gemeinde. Doch es ist was los.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Foyer steht der\nZigarettenqualm, am Fenster sitzen Leute nebeneinander auf St\u00fchlen. In der\nCafeteria, die wie ein Lehrerzimmer aus den Siebzigern aussieht, unterhalten\nsich M\u00e4nner bei Bier und Kaffee. Auch einige junge Damen laufen\n\u00fcber die Flure. Zuletzt freute sich die Gemeinde \u00fcber einige Dutzend junge\nLeute aus Israel und den USA, die zum Studieren gekommen sind. Aber ob die\nStudenten nachher bleiben?<\/p>\n\n\n\n<p>Ana Maglajli\u0107 ist 24 Jahre alt und Politische Assistentin im EU-B\u00fcro f\u00fcr\nBosnien und Herzegowina. Die junge Frau mit den langen schwarzen Haaren studierte\nin Wien und hat viel von der Welt gesehen. Sie ist optimistisch. \u201cIch finde,\nSarajevo hat Studenten aller Religionen viel zu bieten. Sowohl kulturell als\nauch akademisch. Wir teilen ein hohes Ma\u00df an gegenseitigem Respekt, was unsere\nreligi\u00f6sen und kulturellen Hintergr\u00fcnde angeht. Hier k\u00f6nnen Menschen den\nJudaismus praktizieren, wie sie wollen.\u201d Diese Freiheit habe aber f\u00fcr manche\nvielleicht auch Nachteile. Denn in Sarajevo gibt es weder Gesch\u00e4fte noch\nRestaurants, die auf koschere Lebensmittel spezialisiert sind. Auch speziell\nj\u00fcdische Institutionen fehlen. Einzige Ausnahme ist die Sonntagsschule f\u00fcr\nKinder. \u201cZweimal im Jahr kommt ein Rabbi aus Israel, zu den Feiertagen. Es gibt\nschlichtweg kein Geld, um j\u00fcdische Mitarbeiter in Israel ausbilden zu lassen.\nAber dass es zum Beispiel keine getrennten Schulen gibt, finde ich gut\u201d, sagt\nsie. \u201cIn anderen St\u00e4dten gibt es das schlie\u00dflich auch nicht. In einem Land wie\nBosnien w\u00e4re das auch eher kontraproduktiv. Es ist schon traurig genug, dass in\nmanchen Orten in der Herzegowina kroatische und bosniakische Kinder zu\nunterschiedlichen Zeiten in ihre Klassen gehen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_0135-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-47\" srcset=\"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_0135-768x1024.jpg 768w, https:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_0135-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Konferenzraum unter einer Reihe bosnischer Rabbis auf Leinwand l\u00e4dt\neine der umtriebigsten Gestalten von Sarajevo zum Gespr\u00e4ch. Eli Tauber ist ein\nkleiner Mann mit lustigen, aufmerksamen Augen hinter dicken Brillengl\u00e4sern. Der\n64-J\u00e4hrige ist Spezialist f\u00fcr j\u00fcdisch-mulsimische Beziehungen und zappelt auf\nseinem Stuhl herum. Als Doktor f\u00fcr Geschichte an der Universit\u00e4t von Sarajevo\nhat er sich auf den Holocaust in Bosnien und Internationales Recht spezialisiert.\nNebenbei organisiert er beliebte kostenlose Picknicks in der Altstadt. Dort\nstellt er die Neue Sefardische K\u00fcche vor, wie zum Beispiel das beliebte Gericht\n<em>In Haminadus<\/em>, bei dem Eier in\nZwiebeln gegart werden.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Tauber k\u00fcndigt an, dass er f\u00fcr die Vergangenheit zust\u00e4ndig sei. F\u00fcr die\nGegenwart w\u00fcrde gleich der Chef pers\u00f6nlich dazusto\u00dfen. \u201cDie besondere Beziehung\nzwischen Muslimen und Juden hat eine lange Tradition\u201d, erkl\u00e4rt er. Ihr Ursprung\nsei wahrscheinlich in Spanien zu finden. Denn dort lebten die Juden mit den\nArabern zusammen und waren folglich damit vertraut, wie sich andere Religionen\nverhalten. Tauber setzt seine Brille ab und beugt sich vor. \u201cDie Juden und\nMuslime hielten von Anfang an gegen den amtierenden Pascha zusammen, fast wie\nein verschw\u00f6rerischer Pakt. Muslime m\u00f6gen keine Paschas\u201d, grinst er. \u201cUnd so halfen\ndie Muslime den Juden, wenn der Pascha sich ihnen etwa ungerecht gegen\u00fcber\nverhielt.\u201d <\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe der Zeit vertiefte sich die Freundschaft. Es wurde\ndurcheinander geheiratet. \u201cAls die Nazis in Sarajevo einfielen, war es sehr,\nsehr mutig, einem Juden zu helfen\u201d, bekr\u00e4ftigt Tauber. \u201cDenn es war hochgef\u00e4hrlich\u201d.\nTrotzdem setzten sich viele Muslime f\u00fcr die Juden ein. Sie halfen mit Kleidung,\ngef\u00e4lschten Dokumenten und bei der Flucht \u2013 zahlreiche Muslime wurden daf\u00fcr in\nKonzentrationslager gebracht. \u201cEine gro\u00dfe Anzahl an Juden verlie\u00df Sarajevo\nunter muslimischen Namen. Solche Aktionen muss man auf ewig w\u00fcrdigen\u201d, findet\nTauber.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesem Grund sammelte er f\u00fcr sein Buch \u201cWhen neighbors were human\nbeings\u201d (\u201eAls Nachbarn Menschen waren\u201c) zahlreiche Biografien von bosnischen\nPersonen, die Juden vor den Nazis gerettet haben. Darin listet er 47 Personen\nauf, an die im Yad Vashem mit dem Ehrentitel \u201eGerechter unter den V\u00f6lkern\u201d\nerinnert wird, und er pr\u00e4sentiert viele Geschichten von au\u00dfergew\u00f6hnlicher N\u00e4chstenliebe.\n\u201eIch habe schon wieder 50 neue F\u00e4lle aufgetan\u201c, freut sich der Archivar\nspitzb\u00fcbisch. Auch die ber\u00fchmte Haggadah w\u00fcrde es wahrscheinlich nicht mehr\ngeben, h\u00e4tten muslimische Helfer sie nicht in Sicherheit gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>1992 kesselte die serbische Armee Sarajevo ein. \u201cDie Kriegsparteien boten\nden Juden sofort an, die Stadt zu verlassen. Alle Seiten waren sich einig und\nsagten, \u2018Lasst unsere Juden aus dem Spiel!\u201d, l\u00e4chelt Tauber. Etwa die H\u00e4lfte\nbeschloss zu gehen. Die anderen blieben. Es war wieder an der Zeit f\u00fcr die\nber\u00fchmte <em>kom\u0161iluk<\/em>: gelebte Nachbarschaft jenseits ethnischer Grenzen. Diesmal\nandersherum. Was in den folgenden Jahren geschah, ist l\u00e4ngst in die\nGecshichtsb\u00fccher eingegangen. \u201cW\u00e4hrend der Belagerung litten wir j\u00fcdisch-bosnischen\nB\u00fcrger genauso wie alle anderen Bosnier\u201c, erinnert sich der geb\u00fcrtige\nSarajevoer. Die j\u00fcdische Gemeinde hatte Zugriff auf Nahrungsmittel, Medikamente\nund Kleidung. Ihr altes Hilfswerk \u201eLa Benevolencija\u201c trat in Aktion. T\u00e4glich\n300 Mahlzeiten und kostenlose medizinische Behandlung f\u00fcr alle ethnischen\nGruppen. \u201cWir haben 2300 Menschen aus der Stadt gebracht. Nat\u00fcrlich haben wir\nauch Serben und Kroaten unterst\u00fctzt\u201d. <\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem er selbst 1992 \u00fcber Belgrad nach Israel gelangt war, schickte\nTauber sogleich seinen Pass zur\u00fcck nach Sarajevo. \u201eHier sorgten die Kollegen\ndaf\u00fcr, dass ein Moslem unter meinem Namen die Stadt verlassen konnte.\u201d Tauber\nnickt zufrieden. \u201cDarauf bin ich wirklich stolz.\u201d Etwa 2000 Juden taten ihm\ngleich. \u201eEs war das erste Mal in der Geschichte, dass ein Mensch offiziell als\nJude floh\u201c, fasst er zusammen. \u201cEs war ein Vorteil, j\u00fcdisch zu sein!\u201d,\nwiederholt Eli Tauber , fast so, als ob es nicht wahr sein k\u00f6nnte. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Chef gesellt sich dazu. Seit kurzem steht Boris Ko\u017eemjakin der\nJ\u00fcdischen Gemeinde vor. Er ist\nein schwerer Mann um die 60. Bart, Brille, kurze \u00c4rmel. Typ Anpacker. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein Schwiegersohn ist Muslim. Das ist ganz normal.\u201d Ko\u017eemjakin spricht\nschnell und kommt noch schneller auf den Punkt. \u201eWir arbeiten direkt mit\nislamischen Institutionen zusammen. Wir stehen t\u00e4glich in Kontakt. Und seit dem\nKrieg fungieren wir auch als Vermittler zwischen den Serben und den Muslimen\u201c.\nMuslime k\u00fcmmerten sich wiederum um die Instandhaltung der j\u00fcdischen\nGrabst\u00e4tten, berichtet der Gemeindechef. Erfreulich. Der J\u00fcdische Friedhof ist nach\nPrag die zweitgr\u00f6\u00dfte j\u00fcdische Grabst\u00e4tte in Europa und einer der\ninteressantesten Orte in Sarajevo. Er wurde 1630 auf den H\u00fcgeln des Stadtteils\nKova\u010di\u010di erbaut und bietet ein grandioses Panorama auf Stadt und Berge. Steile\nvierhundert Meter zieht sich das Gr\u00e4berfeld hinauf. Die sefardischen Grabsteine\nliegen schr\u00e4g und wie im Fallen erstarrt im Gras, mit lateinischen und\nspanischen Inschriften versehen.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"765\" src=\"http:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_2803-1024x765.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-48\" srcset=\"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_2803-1024x765.jpg 1024w, https:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_2803-300x224.jpg 300w, https:\/\/peopleandspomeniks.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_2803-768x574.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ko\u017eemjakin will die j\u00fcdischen Anwesen zur\u00fcck in den Besitz der Gemeinde\nholen, die sich der Staat in der kommunistischen Zeit aneignete. \u201cEs gibt in\nBosnien keine Gesetze f\u00fcr solche F\u00e4lle, deshalb bilden wir mit den muslimischen\nKollegen seit 2005 eine Lobby. Aber die Regierung l\u00e4sst sich hier bei allem\nviel Zeit\u201d, brummt Ko\u017eemjakin. Auch der Gro\u00dfe Sefardische Tempel in der Altstadt\nsoll irgendwann einmal wieder der Gemeinde geh\u00f6ren. Die Juden hatten der Stadt\nihre gr\u00f6\u00dfte Synagoge geschenkt, mit der Bitte, sie f\u00fcr einen kulturellen Zweck\nzu benutzen. Heute beherbergt sie das \u201cBosni kulturni centar\u201d und ist hinter\nlauter verschachtelter Anbauten kaum noch zu erkennen. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Frage nach Aggressionen gegen die j\u00fcdische Gemeinde\nsch\u00fcttelt&nbsp;&nbsp; Ko\u017eemjakin&nbsp; den Kopf. \u201cNema problema.\u201d Keine Probleme. \u201cBis\n2011 gab es gar nichts. Wenn der Gaza-Streifen bombardiert wird, bekommen wir\nallerdings Israelfeindlichkeiten zu sp\u00fcren. Ein paar kleinere Demonstrationen.\u201d\nDer Gemeindevorsteher winkt ab. \u201eDas waren \u00c4u\u00dferungen ohne Plan dahinter.\nBeunruhigt uns nicht. Mich \u00e4rgert nur, wie dumm diese Demonstranten sind: Wir\nsind zwar Juden, aber doch keine Israeli, sondern B\u00fcrger dieser Stadt.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sonne senkt sich hinter den Bergen. Boris Ko\u017eemjakin hat jetzt\nFeierabend. Die Synagogent\u00fcr l\u00e4sst er hinter sich offen stehen. \u201cWir brauchen\nkeinen Polizeischutz. Wir glauben, dass eine offene T\u00fcr die beste Strategie\nist. So ist es doch auch viel einladender.\u201d Dann schlie\u00dft er sich dem\nMenschenstrom an, der in Richtung Altstadt pilgert. <\/p>\n\n\n\n<p>Kristina Koch<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Weiterlesen:<\/p>\n\n\n\n<p>Holm Sundhaussen: Sarajevo. Die Geschichte einer Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht haben Sie schon davon geh\u00f6rt. In der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina soll eine kleine j\u00fcdische Minderheit mit einer gro\u00dfen muslimischen Mehrheit harmonisch zusammen leben. Fast schon mythisch liest sich die Freundschaft der beiden Glaubensgemeinschaften. Ist das heute \u00fcberhaupt m\u00f6glich? In &nbsp;einer Stadt, in der vor 25 Jahren ein grausamer ethnischer&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/?p=27\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">500 Jahre Freundschaft zwischen Juden und Muslimen in Sarajevo. Ein Mythos?<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":46,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,4],"tags":[],"class_list":["post-27","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-balkan","category-begegnungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27"}],"collection":[{"href":"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":337,"href":"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27\/revisions\/337"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/46"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/peopleandspomeniks.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}